Arbeiterinnen und Arbeiter

Resolution: Der Mensch, nicht der Markt ist das Maß

Tagung

Arbeiter/-innen-Workshop 2013

Arbeiter/-innen Bender Arbeiter/-innen Abfall

Der Mensch muss das Maß aller Dinge sein – auch in der EU. Darauf bestehen die  ver.di-Arbeiterinnen und Arbeiter aus Baden-Württemberg und Saarland-Rheinland-Pfalz sowie die Vertreterinnen und Vertreter der  französischen Gewerkschaft cgt Elsass und Lothringen. Auf der gemeinsamen Tagung Ende November in Mosbach verabschiedeten die Vertreterinnen und Vertreter der Arbeiterinnen und Arbeiter aus Deutschland und Frankreich eine Resolution, in der sie sich für ein soziales Europa positionieren.

Arbeiterinnen und Arbeiter aus Deutschland und Frankreich treffen sich regelmäßig – mal in Frankreich, mal in Deutschland. Im Mittelpunkt dieser Treffen stehen die spezifische Situation der Arbeiterinnen und Arbeiter und die Frage, wie ihre Lage verbessert werden kann.

In der gemeinsamen Resolution heißt es: Die Zukunft von Europa kann nicht auf Arbeitnehmerkonkurrenz, einer hohen Arbeitslosenquote, Armut, Prekariat und Ungleichheit begrenzt werden. Vielmehr liegt die Zukunft für unsere Gesellschaften in einer Wirtschafts- und Sozialpolitik, die ein besseres Zusammenleben, wirksame öffentliche  Dienste sowie ein gute Gesundheitsversorgung und eine gute Pflege garantiert. Unter anderem fordern die Arbeiterinnen und Arbeiter eine gerechte Verteilung der Arbeit, qualifizierte Arbeitsplätze, auskömmliche Löhne sowie ein solidarisches Sozialsystem, das den Gesundheitsbedürfnissen der Bevölkerung entspricht und nicht dem Druck der Pharmaindustrie ausgesetzt ist.

Die deutsch-französischen Treffen werden von den Kolleginnen und Kollegen auch „des Austausches über die Grenzen hinweg“ geschätzt, wie es Katrin Distler vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) beschreibt. „Sich gegenseitig zuhören, ist das A und O einer guten Zusammenarbeit.“ Während der Tagung hätten die Kolleginnen und Kollegen festgestellt, dass sie – trotz aller Unterschiede in den Sozialsystemen – die gleichen Probleme hätten. „Der grenzüberschreitende Austausch unterstützt uns dabei, diese Probleme zu lösen“, ist sich Katrin Distler sicher.

Michael Gröning vom Landesarbeiterinnen- und Arbeiterausschuss Saarland-Rheinland-Pfalz sieht es ähnlich: „Wir haben alle mehr oder weniger die gleichen Probleme, gehen aber unterschiedlich damit um, sie zu lösen.“ Letztendlich wollten die Kolleginnen und Kollegen in Frankreich wie in Deutschland das gleiche – nämlich „ein menschenwürdiges Leben in allen Situationen“. Deshalb müssen für Michael diese Treffen unbedingt weitergehen. Auch Martin Maas, Vorsitzender des Landesarbeiterinnen- und Arbeiterausschusses Saarland-Rheinland-Pfalz, spricht von gleichen Problemen, mit denen sich die Kolleginnen und Kollegen diesseits und jenseits des Rheins plagen: „Es liegt am Bürger, aber auch in der Hand der Politik und der Gewerkschaften, diese Probleme zu lösen.“

Die stellvertretende Vorsitzende des Landesarbeiterinnen- und Arbeiterausschusses Margot Jäschke verwies auf die lebhaften Gespräche während der Tagung, die sich mit der Situation der Arbeiterinnen und Arbeiter in Europa beschäftigten. „In Europa verschwindet der Mensch oft hinter den angeblichen Notwendigkeiten des Marktes“, sagt sie: „Dass wir als Gewerkschafterinnen dagegen ankämpfen, macht Mut.“ Deshalb freue sie sich auf die weitere Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg.