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Beschäftigte zeigen Arbeitgebern die Rote Karte

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Warnstreik in Baden-Württemberg

Kundgebung in Stuttgart Bender Kundgebung in Stuttgart

Überdeutlich haben die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Baden-Württemberg gegenüber den öffentlichen Arbeitgebern ein Zeichen gesetzt: Sie stehen hinter den Forderungen der Gewerkschaft ver.di nach einem kräftigen Plus im Geldbeutel. Und: Sie wollen sich nicht länger hinhalten lassen. Denn genau so werten sie die Haltung der Arbeitgeber, die bisher kein Angebot vorgelegt haben.

Baden-Württemberg war zwischen dem 9. und dem 13. April einer der Schwerpunktbereiche  der Warnstreiks im öffentlichen Dienst: Gestreikt wurde in den Regionen Mannheim,  Heilbronn, Karlsruhe, Freiburg, Ulm und Stuttgart. Die Beteiligung an den Warnstreiks war überwältigend, so Vertreter des ver.di-Landesbezirks.

Kitas waren geschlossen, teilweise ging auch im öffentlichen Nahverkehr nichts mehr. An den Warnstreiks beteiligten sich auch Beschäftigte der Verwaltung und vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Müllabfuhr. In Mannheim, Karlsruhe, Freiburg, Heilbronn und Stuttgart kamen Tausende zu den Demonstrationen und Kundgebungen und bekräftigten mit Plakaten und mit Pfiffen ihre Forderungen nach deutlich mehr Geld. Zudem skandierten sie unter anderem „Rückt die Kohle raus“ – der Adressat dieser Forderung: die Arbeitgeber von Bund und Kommunen.

In Reutlingen waren es 2000 Streikende, in Heilbronn 1500, in Karlsruhe sprach ver.di von 4.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern an der  Kundgebung, in Mannheim waren es 3.000. Die größte Kundgebung gab es in Stuttgart: An der Demonstration beteiligten nach ver.di-Schätzungen 6.500 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes.

Stefan Hamm, Leiter des Landesfachbereichs Ver- und Entsorgung, betont: „Die Beschäftigten des öffentlichen Dienste in Baden-Württemberg haben den Arbeitgebern deutlich die Rote Karte gezeigt.“ Die Arbeitgeber müssten sich nun bewegen – einen großen Schritt auf ver.di und die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes zu machen. Und er fügte hinzu: „Wenn die Arbeitgeber dieses Zeichen nicht verstanden haben oder nicht verstehen wollen, steht ihnen ein langer Streik ins Haus.“

Gerade für die Beschäftigten der Müllabfuhr sei der Mindestbetrag ein Muss. In diesem Bereich arbeiteten viele Frauen und Männer in den unteren Lohngruppen. Sie brauchten dringend eine deutliche Erhöhung, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten wie Mieten stemmen zu können. Dass sich viele Kolleginnen und Kollegen der Müllabfuhr an den Streiks beteiligten, zeige, wie wichtig ihnen eine deutliche Lohnerhöhung und die soziale Komponente ist.