Energiewirtschaft

EnBW schließt Vertriebsbereich Groß- und Industriekunden

ENBW

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Die EnBW hat den Entschluss gefasst, sich aus dem Vertriebsgeschäft für Groß- und Industriekunden (B2B-Bereich) zurückzuziehen und schließt mit sofortiger Wirkung diesen Bereich. Das ist aus der Sicht der betroffenen Beschäftigten ein großes Unglück.

Die EnBW reagiert damit auf den wirtschaftlichen Druck unter dem der Konzern insgesamt steht und schließt einen verlustbringenden Bereich – mit gravierenden Folgen für die dort beschäftigten Kolleginnen und Kollegen.

Die ver.di Mitglieder fragen: Gab es hierzu keine Alternative? War und ist „das Team“ nicht mehr gefragt? Versteht der Konzern eine solche Maßnahme als „auf geht‘s, machen“?

Ver.di ist – wie alle betroffenen Kolleginnen und Kollegen – massiv enttäuscht, dass die Betriebsräte im Vorfeld der Entscheidung nicht mit eingebunden wurden. Als Folge der Energiewende ist die EnBW zu Veränderungen gezwungen. Dazu muss sich die Unternehmenspolitik ändern, die Unternehmensstrategie sowie die Unternehmensausrichtung.

Die Energiewende hat die Konzerne gelehrt, dass – wenn sie am Markt bestehen wollen – vieles nicht so bleiben kann wie es war. Dennoch: Die Geschichte lehrt uns mehr. Solche Neuorientierungen gehen immer dann schief, wenn sie grundlegende Prinzipien vernachlässigen. Und diese Prinzipien lauten: Das Unternehmen muss bei allen Änderungen die Betroffenen einbinden, ihre Kenntnisse und Erfahrungen im Unternehmen aufgreifen und ernst nehmen. Vor diesem Hintergrund war die gewählte Informationspolitik gegenüber den betroffenen Betriebsräten nicht korrekt, und falsch.

Mit der Schließung des B2B-Bereichs werden Kosten reduziert, auch Personalkosten. Diese Maßnahmen können und dürfen aber nicht die alleinige Antwort sein. Gerade ein Unternehmen, das sich neu ausrichtet, kann auf qualifiziertes Personal nicht verzichten.

Es kann und darf seine erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht gedankenlos gehen lassen oder zum Gehen zwingen. Vielmehr muss das Unternehmen auf Personalentwicklung setzen. Tut es das nicht, werden die Folgekosten hoch sein – vermutlich deutlich höher als die Einsparungen, die das Unternehmen mit seinen Personalabbauplänen nun realisieren möchte.

Wie geht es weiter?

Wir wissen alle: Wandel ist ein steiniger Weg. Schon gar ein so gravierender Wandel, wie ihn die Energiewirtschaft derzeit durchläuft. Um diesen Schritt zu bewältigen, braucht es unterschiedliche Maßnahmen – vor allem aber braucht es gute Maßnahmen.

Durch ver.di und den FOKUS-Tarifvertrag haben alle ver.di-Mitglieder Schutz vor betriebsbedingten Beendigungskündigungen. Auf dieser elementar wichtigen Grundlage können nun mit den Betriebsräten und mit der Unterstützung der Gewerkschaft Gespräche und Verhandlungen beginnen. Dabei wird jedes einzelne Mitglied im Vordergrund stehen.

Wir werden als „echtes Team“ gute Lösungen vorschlagen und diese dann „einfach mal zu machen“!!!

Helft mit, unser ver.di-Team stark zu machen und werdet Mitglied. Heute ist mehr als deutlich zu spüren, es lohnt sich dabei zu sein!