Energiewirtschaft

EnBW muss ihrer Verantwortung gerecht werden

EnBW

ver.di kritisiert Mastiaux-Äußerungen

ver.di Bender ver.di

EnBW-Vorstandschef Dr. Frank Mastiaux hat in einem Interview gesagt, es gebe angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage keine sicheren Jobs und auch keine Jobgarantien mehr. ver.di kritisiert die Äußerung des EnBW-Vorstandschefs.

Dr. Mastiaux kennt die tariflichen Regelungen und weiß sehr wohl, dass auf absehbare Zeit keine betriebsbedingten Beendigungskündigungen möglich sind. Angesichts dieser Situation zielt der EnBW-Chef offensichtlich nur darauf ab, die EnBW-Beschäftigten zu verunsichern.

Zudem: Jeder Beschäftigte in der Energiewirtschaft hat in den vergangenen Jahren verschiedene Umstrukturierungsprozesse erlebt. Jeder weiß, dass wir noch nicht am Ende der Fahnenstange angekommen sind und weitere Veränderungen anstehen.

Nicht nur die Energiewende verändert die Energiewirtschaft, die fortschreitende Digitalisierung tut ihr Übriges. Auch in der Energiewirtschaft gehören lebenslanges Lernen, Weiterbildung und Qualifizierung zur beruflichen Laufbahn wie selbstverständlich dazu, damit die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer den Aufgaben und Herausforderungen einer sich verändernden Arbeitswelt gerecht werden. Die Beschäftigten wissen das längst, bilden sich weiter und qualifizieren sich.

Gerade der EnBW steht es nicht gut zu Gesicht, sich einen schlanken Fuß zu machen und die Verantwortung, die das Unternehmen gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat, schlicht zu leugnen. Stattdessen muss die EnBW intensiver als bisher nach neuen Geschäftsfeldern suchen – im Interesse der Beschäftigen, der Kundinnen und Kunden und der Anteilseigner. Neue Lösungen zu suchen, das muss die Aufgabe der EnBW sein, diese Aufgabe muss sie ernst nehmen. Schlicht zu beklagen, dass kleine Unternehmen neue Lösungen finden, ist für eine EnBW schwach. Die EnBW muss zudem auf ihre Stärke setzen – und das sind die vielen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Übrigens: Die meisten von ihnen hat die EnBW ausgebildet. Eine große Stärke der EnBW.

Einfach nur Stellen zu streichen, kann und darf nicht die Lösung für die EnBW sein, eine solche Mentalität – das passt nicht. Hier hat die EnBW für Baden-Württemberg und darüber hinaus eine Vorbildfunktion und muss dieser gerecht werden.

ver.di wird mit Dr. Bernhard Beck, dem Personalvorstand der EnBW, und Dr. Mastiaux ein Gespräch über die Äußerungen des EnBW-Vorstandes führen und in künftigen Verhandlungen noch stärker auf Beschäftigungssicherung sowie Aus- und Weiterbildung achten.