Energiewirtschaft

Beschäftigte fordern Transparenz ein

EnBW

Gesamtbetriebsversammlung

Gesamtbetriebsversammlung ver.di Gesamtbetriebsversammlung

Das Interesse war groß. Ebenso die Erwartungen. Entsprechend groß ist nun aber auch die Enttäuschung. Denn die Kolleginnen und Kollegen, die zur Gesamtbetriebsversammlung der EnBW-Sparte Markt nach Heilbronn gekommen waren, wollten Antworten. Sie wollen von den EnBW-Verantwortlichen wissen, was sie genau planen. Doch das EnBW Management blieb auch bei der Gesamtbetriebsversammlung wenig konkret.

1300 Beschäftigte kamen zur Gesamtbetriebsversammlung nach Heilbronn – Kolleginnen und Kollegen aus Stuttgart, Karlsruhe, aus Esslingen, Biberach, Köln und Frankfurt am Main. Alle Standorte der Sparte waren vertreten. Deutlich wurde bei der Versammlung die große Sorge unter den Beschäftigten um ihre berufliche Zukunft und ihre Betroffenheit ob der durchgesickerten Pläne der EnBW. Zugleich aber war auch eine große Solidarität unter ihnen zu spüren.

Die Kolleginnen und Kollegen wollten hören, welche Ziele die EnBW ins Visier genommen hat, was sie genau plant. Kurz: Sie wollten Transparenz. Genau das hatten sie in den vergangenen Wochen vermisst. Die EnBW-Chefs hatten es bisher immer bei Andeutungen belassen – Andeutungen, die wie Drohungen klangen. Von den 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Sparte Markt sollten 300 ihre Stelle verlieren, die anderen 300 sollten Einkommenseinbußen hinnehmen. Wohlbemerkt: Darüber wurde mehr in Andeutungen als offen gesprochen!!

Und auch jetzt hat die EnBW-Geschäftsleitung nicht alle Karten auf den Tisch gelegt, mutmaßten die Kolleginnen und Kollegen nach  der Veranstaltung. Sie vermissten echte Transparenz. Leider seien die EnBW-Verantwortlichen inhaltlich nicht in die Tiefe gegangen, hieß es. Die EnBW-Verantwortlichen hatten während der Veranstaltung betont: Ob für den Bereich Operations B2C eine interne oder eine externe Lösung gefunden werde, es komme darauf an, dass letztendlich bis zu 70 Millionen Euro eingespart würden. In welchem Zeitraum dies geschehen soll, wurde nicht erwähnt. Nun sollen Einzelheiten der Umstrukturierung in Verhandlungen zwischen der EnBW und der Arbeitnehmervertretung ausgehandelt werden. Wann die Gespräche starten, ist noch nicht entschieden.

Auch ver.di und die BR-Vorsitzenden aus Esslingen, Karlsruhe und Stuttgart machen bei der Gesamtbetriebsversammlung ihre Positionen deutlich. Stefan Hamm, Leiter des ver.di-Fachbereichs Ver- und Entsorgung Baden-Württemberg, kritisierte die offensichtliche Strategie der EnBW. Offenbar wolle der Konzern mit alten Konzepten die nur Stellenabbau zum Thema haben, den Konzern zukunftsfähig machen. Hamm ist sich sicher: „Das muss scheitern.“ Statt den Rotstift beim Personal anzusetzen, müsse der Konzern, gerade angesichts des demografischen Wandels, auf seine gut qualifizierten Beschäftigten setzen. Hamm forderte die EnBW-Verantwortlichen auf, die Beschäftigten als das zu sehen, was sie sind, eine wertvolle Ressource. Vor allem in der heutigen Zeit seien engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter enorm wichtig für ein Unternehmen, das infolge der Energiewende sich neue Aufgabenfelder erschließen müsse.

Vor diesem Hintergrund sagte er: „Lasst uns darüber diskutieren, was wir, die Beschäftigten und ver.di, auf die Vorstellungen der Arbeitgeber antworten. Und wie wir unsere Position verdeutlichen. Vielleicht ergeben sich ja in naher Zukunft auch gute Gelegenheiten einen Aufschlag zu machen und zu zeigen, was die Beschäftigten von dem Weg halten, den die EnBW einschlagen will“.