Von Abfallsammlern und Straßenkehrern

Noch mehr Mitglieder – eine noch stärkere Gewerkschaft

Herausforderungen für die Abfallwirtschaft

Stefan Hamm Bender Stefan Hamm

Demografische Entwicklung, Digitalisierung, nachlassende Bindekraft des BDE – die Abfallwirtschaft in Baden-Württemberg hat mit den gleichen Herausforderungen zu kämpfen wie die Unternehmen in anderen Bundesländern. Das Nebeneinander von öffentlicher und privater Abfallwirtschaft läuft  nicht immer problemfrei. Die Kluft zwischen den Einkommensniveaus der privaten und der öffentlichen Entsorger trägt ihr Übriges dazu bei, dass die Beschäftigten nicht immer an einem Strang ziehen.

Dennoch: In Baden-Württemberg hat ver.di in Sachen private Abfallwirtschaft vor wenigen Jahren neue Wege beschritten. Mit ALBA-Süd fing alles an: Die Kolleginnen und Kollegen waren es leid, dass ALBA Süd nach Gutsherrenart gnädig Lohnerhöhungen gewährte. Mit Hilfe von ver.di gründeten sie eine Tarifkommission, formulierten ihre Forderungen und organisierten einen Arbeitskampf.

Dieser Arbeitskampf, an dem sich alle ALBA-Unternehmen in Baden-Württemberg beteiligten, führte ALBA zurück in den Tarif. Ohne das große Engagement der Kolleginnen und Kollegen wäre dies nie gelungen. Seither wird regelmäßig über Einkommensanpassungen und Verbesserungen der Arbeitsbedingungen verhandelt – auf Augenhöhe. So wie es sich gehört. ALBA Süd fährt gut mit dem Tarif. Gerade in einer Zeit, in der die Folgen des demografischen Wandels auch die Entsorgungsbranche erreicht haben.  Auch VEOLOIA hatte dem BDE-Tarifverbund den Rücken gekehrt und ist jetzt wieder zurück im Tarif. Eben als Haustarif – und mit Mitgliedervorteilsregelungen. Ein Tarifvertrag schützt  - und deshalb strebt ver.di immer nach Haustarifverträgen, wenn der Flächentarif zu löchrig wird und damit schlicht seine Aufgabe nicht mehr erfüllt.

Ob Haustarif oder Flächentarif – nichts geht ohne die Beschäftigten, nichts geht ohne das Engagement all der ver.di-Mitglieder. Auch deshalb ist der Fachbereich Ver- und Entsorgung im Landesbezirk davon überzeugt, dass Mitglieder besser gestellt werden müssen als all jene, die sich noch nicht dazu entschlossen haben, Mitglied der Gewerkschaft zu werden. Denn die Probleme werden nicht kleiner. Digitalisierung, demografische Entwicklung – all das wird die Abfallbranche prägen, vielleicht stärker als wir es uns derzeit vorstellen können. Neue Herausforderungen brauchen neue Lösungen, neue Fragen intelligente neue Antworten. Ob es dabei um den Beschäftigtendatenschutz, um Weiterbildung oder um Ausbildung geht.

Wir wissen alle – gute Regelungen gibt es nur mit starken Gewerkschaften. Und Gewerkschaften sind nur stark, wenn so viele Mitglieder wie nur möglich hinter ihnen stehen. Deshalb lasst uns noch stärker werden. Mit noch mehr Mitgliedern noch bessere Lösungen vereinbaren.

Euer Stefan Hamm, Leiter des ver.di-Fachbereichs Ver und Entsorgung Baden-Württemberg